MEILENSTEINE
DER MUSIKKAPELLE PFUNDS

1854 - urkundliche Erwähnung

Vom sicheren Bestehen der Pfundser Musikkapelle erfahren wir im Bericht über die feierliche Eröffnung der neuen Reschenstraße am 30. Oktober 1854. Zum Empfang der hohen Persönlichkeiten bei der festlich bekränzten, neuen Kajetansbrücke war die Musikkapelle Pfunds aufgestellt. Klien, Robert: Pfunds. Innsbruck: Athesia-Tyrolia Druck GmbH, 2007.

In einem Artikel wird berichtet: Se. Excellenz, der allverehrte Herr Statthalter, Cajetan Graf v. Bissingen, waren so eben in Pfunds eingetroffen, um die Straße feierlichst zu eröffnen. Dort, wo dieselbe ihren Anfang nimmt, prangte ein großartiger Triumpfbogen mit entsprechenden Inschriften geschmückt. In der Nähe desselben war die brave Musikkapelle von Pfunds aufgestellt, und an der Spitze der Kapelle stand ein Mann, den wir uns näher ansehen müssen. Moriggl, Alois: Aus dem Leben eines Veteranenhauptmanns. In: Beilage zur Volks- und Schützen-Zeitung. Nr. 6. Tirol und Vorarlberg: 1855.

1912 - DORFER & STUBNER MUSIKKAPELLE

Zwischen den Ortsteilen "Dorf" und "Stuben" bestand früher eine starke Rivalität. So kam es noch bis zur Gründung der Hauptschule (1956) häufig vor, daß die Schuljugend in "Schlachten" bis zur Innbrücke ihre Kräfte maß. Wer die "Gegner" in ihren Ortsteil zu "verjagen" mochte, war natürlich Sieger! Um 1910/11 muß es eine ähnliche Rivalität auch in der Musikkapelle gegeben haben, denn auf einmal taucht die "Stubner Musikkapelle" auf. Gründer dieser neun Mann starken Kapelle war der Metzger und Schuhmacher Alfons Patsch aus Stuben. Im Dorf leitete der Kooperator die Musikkapelle. Zu dieser Zeit soll sich einmal, laut mündlicher Überlieferung, die Stubner Musikkapelle beim Spitalplatz (Gemeindehaus) in eine Prozession eingereiht und dann durch ihr gutes Spiel die anderen Musikanten zur Aufgabe gezwungen haben. Alfons Patsch war ein hochbegabter Musikant, seit 1895 bei der Musikkapelle Pfunds und im Militärdienst Regimentsmusiker. Diese eigene Kapelle brauchte sicher auch Geld und so wird erzählt, daß die Stubener Musikanten einmal im oberen Gang des Gasthofes Traube das Theaterstück "Die Räuber vom Glockenhof" aufgeführt haben. Dies soll der "Stubner Musikkapelle" den Namen "Räuber-Musi" gebracht haben. Nach einer anderen Version soll dieser Name allerdings wegen der Absplitterung von der eigentlichen Musikkapelle als "Übernahme" entstanden sein. Klien, Robert: Musikkapelle Pfunds. Landeck: Druckerei Tyrolia, 1982.

stubner musi 1912 komprimiert

1920 - Neugründung nach dem 1. Weltkrieg

Zur Zeit des ersten Weltkrieges (1914-18) standen die meisten Musikanten an verschiedenen Fronten und es gab keine Musikkapelle. Bald nach dem Ende dieses schrecklichen Völkerringens erfolgte aber der Wiederaufbau der Kapelle, die in den folgenden Jahrzehnten stets von Alfons Patsch als Kapellmeister geführt wurde. Eines der ersten Fotos der unter Alfons Patsch wiedergegründeten Kapelle stammt aus der Zeit um 1920. Es zeigt die Musikaten (18) bei einem Ausflug nach Weinberg, wo beim dortigen Gasthaus ein Konzert gegeben wurde. In der Zwischenkriegszeit zählte die Kapelle etwas 20-25 Mann. Die Jungmusikanten lernten meistens bei Patsch in der Stube, die Haupt- und Gesamtproben fanden im ehemaligen Mesnerhaus (heute Raiffeisengebäude) im ersten Stock (Schulstube) statt. Es war unter Kapellmeister Patsch Tradition, daß die Jungmusikanten zu Ostern das erstemal ausrücken durften. Das Marschieren wurde bis "Schaffaland" hinaus geübt. Klien, Robert: Musikkapelle Pfunds. Landeck: Druckerei Tyrolia, 1982.

Zur Zeit des ersten Weltkrieges (1914-18) standen die meisten Musikanten an verschiedenen Fronten und es gab keine Musikkapelle. Bald nach dem Ende dieses schrecklichen Völkerringens erfolgte aber der Wiederaufbau der Kapelle, die in den folgenden Jahrzehnten stets von Alfons Patsch als Kapellmeister geführt wurde. Eines der ersten Fotos der unter Alfons Patsch wiedergegründeten Kapelle stammt aus der Zeit um 1920. Es zeigt die Musikaten (18) bei einem Ausflug nach Weinberg, wo beim dortigen Gasthaus ein Konzert gegeben wurde. In der Zwischenkriegszeit zählte die Kapelle etwas 20-25 Mann. Die Jungmusikanten lernten meistens bei Patsch in der Stube, die Haupt- und Gesamtproben fanden im ehemaligen Mesnerhaus (heute Raiffeisengebäude) im ersten Stock (Schulstube) statt. Es war unter Kapellmeister Patsch Tradition, daß die Jungmusikanten zu Ostern das erstemal ausrücken durften. Das Marschieren wurde bis "Schaffaland" hinaus geübt. Klien, Robert: Musikkapelle Pfunds. Landeck: Druckerei Tyrolia, 1982.

1925 - Anschaffung einer Tracht

Bis zur Mitte der Zwanzigerjahre gab es nach dem ersten Weltkrieg keine einheitliche Kleidung, beziehungsweise Tracht, aber alle Musikanten trugen die gleichen Hüte. Um 1925 war es dann soweit, daß Trachten angeschafft wurden. Da es speziell für den Raum Pfunds nie eine besonders einheitliche Festtags- oder Alltagskleidung gab, ließ man sich im Volkskunstmuseum in Innsbruck beraten und so entstand die heutige Tracht. Die Tracht wurde jedem Musikanten nach Maß angefertigt (Schneider Billinger aus Nauders), die Finanzierung erfolgte aus Spenden der Bevölkerung und aus Holzspenden der Gemeinde. Die Schuhe fertigte alle der Kapellmeister Patsch an. Beschreibung der Tracht: Schwarze Halbschuhe, weiße Strümpfe, gemslederne schwarze Kniebundhosen (heute aus schwarzem Stoff mit weißen Nahtstreifen, seit 1966 auch lange Hosen), grüne Joppe mit dunkelbraunen Aufschlägen, mit Blümlein gemustertes schwarzes Samtleibchen, weißes Hemd, schwarzes Mascherl, schwarzer Tiroler-Hut mit zwei herabhängenden Quasten. Klien, Robert: Musikkapelle Pfunds. Landeck: Druckerei Tyrolia, 1982.

85 Jahre später, im Jahr 2010, wurden ergänzend zur Tracht der Männer eigene Trachten für die Musikantinnen des Vereins angeschafft.

ende-1920-er

1946 - Neugründung nach dem 2. Weltkrieg

1937/38 machten sich wohl innerhalb der Musikkapelle die politischen Meinungsverschiedenheiten bemerkbar, aber die Musik verband doch noch so stark, daß man sogar 1938 beim Anschluß an das Deutsche Reich mit klingendem Spiel ausrückte. Der fürchterliche zweite Weltkrieg ließ dann aber bald die Musik verstummen! 1946 begann der Wiederaufbau - die alten Musikanten gaben ihrem langjährigen Mitglied Wilhelm Wachter (v. Jåggler) am 19. Jänner 1947 das letzte Geleit. Bei diesem ersten Ausrücken nach dem zweiten Weltkrieg war es so kalt, daß auf dem kurzen Wegstück vom Haus Nr. 120 (Westreicher Wendelin) bis zum Niklaus hinüber alle Instrumente eingefroren waren. Bürgermeister Emil Schuchter (v. Gunggl) hatte Patsch Alfons ersucht, die Musikkapelle wieder "auf die Beine zu stellen". Der musikbegeisterte Patsch bewältigte trotz seines Alters von über siebzig Jahren diese Aufgabe. Die Trachten brachte Schneidermeister Josef Regensburger als Trachtenwart wieder in ausgefähigen Zustand. Klien, Robert: Musikkapelle Pfunds. Landeck: Druckerei Tyrolia, 1982.

v.l.n.r. Bürgermeister Peter Schwienbacher, LHStV. Dr. Fritz Prior, Fahnenpatin Inge Brunner und Obmann Josef Theiner.

1979 - Fahnenweihe

1979 wurde die neue Fahne der Musikkapelle Pfunds feierlich geweiht. Die Vorderseite der Fahne zeigt die Lyra, den Tiroler Adler und das Pfundser Gemeindewappen. Angeführt sind auch die Jahrzahlen 1868 (damals angenommenes Gründungsdatum) und 1979 (Jahr der Fahnenweihe). Auf der Rückseite sind die Innbrücke und die Dorfer und Stubner Kirche abgebildet als auch der Spruch "In der Musik wie im Leben sei stets Eintracht unser Streben". Fahnenpatin ist Inge Brunner. Im Jahr der Fahnenweihe war Franz File Kapellmeister und Josef Theiner Obmann des Vereins.

1981 - Probelokal- und Pavillonbau

In der Aufstellung über das Musikjahr 1980/81 scheinen zahlreiche Ausschußsitzungen auf - etliche befaßten sich mit dem Bau des Pavillons - ein langgehegter Wunsch ging nach zahlreichen Versuchen in Erfüllung. Die Notwendigkeit eines eigenen "Musikheimes" hatte die Gemeindeführung wohl nie bezweifelt und stets befürwortet, aber die Realisierung stieß immer wieder auf Schwierigkeiten. In den Probelokalen ist so mancher Wechsel zu verzeichnen, so zum Beispiel wurde in einer Schulklasse des ehemaligen Mesnerhauses (heute Raiffeisenkasse), kurze Zeit auch im Vereinshaus, in der Volksschule, dort zum Teil im Hausgang, im Keller und in einem Klassenzimmer geprobt. Nach dem Abriß des alten Gebäudes gegenüber der Liebfrauenkirche und der Verlegung eines Stromkabels konnte man im Sommer 1981 mit dem Probelokal- und Pavillonbau beginnen. [...] Gemeindeführung und Musikkapelle setzten sich zum Ziel, bis zur Mitte des Jubiläumsjahres "700 Jahre Pfunds" (Zeltfest im Juli 1982) Probelokal und Pavillon fertigzustellen.

Obmann Erwin Mark, besonders aber sein Nachfolger Alois Knoll, Ausschußmitglieder und Musikanten leisteten nicht nur Organisationsarbeit, sondern führten alle Arbeiten, für die Handwerker aus den eigenen Reihen zu finden waren, selbst durch. Die gute Organisation und Zusammenarbeit, der Fleiß der Musikanten sowie die Unterstützung der Gemeinde ermöglichten es, daß bis zum Frühjahr 1982 das Probelokal und die Nebenräume fertiggestellt wurden. Klien, Robert: Musikkapelle Pfunds. Landeck: Druckerei Tyrolia, 1982.

Erstes Vereinslogo

Eduard Rampl entwarf und zeichnete 1996 ein Logo für die Musikkapelle Pfunds. Während auf älteren Plakaten und Einladungen meist die häufig verwendete Lyra abgedruckt wurde, ist der Verein nun im Besitz eines unverkennbaren eigenen Vereinslogos.

2002 - ERSTER BUNDESBEWERB 'MUSIK IN BEWEGUNG'

Die Musikkapelle Pfunds veranstaltete am 15. Juni 2002 in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Blasmusikverband den ersten österreichischen Rasenshow-Bundeswettbewerb für Amateurmusikkapellen.

Die Hauptverantwortlichen für die Organisation des Bewerbes waren Kapellmeister Stefan Köhle, Obmann Peter Köhle und Obmann-Stellvertreter Adelbert Spiss. Die teilnehmenden Kapellen waren die Bergkapelle Hüttenberg aus Kärnten, die Feuerwehr-Musikkapelle Reisenberg aus Niederösterreich, der Musikverein Sipbachzell aus Oberösterreich, die Stadtmusik Feldkirch aus Vorarlberg, die Trachtenmusikkapelle Thalgau aus Salzburg und die Musikkapelle Oberhofen aus Tirol. Die Darbietungen wurden auf der Sportanlage Pfunds zur Aufführung gebracht. Die Eröffnung des Bewerbes wurde durch Univ.Prof. Dr. Friedrich Weyermüller (Präsident des Österreichischen Blasmusikverbandes) und EU-Kommissar Dr. Franz Fischler (Präsident des Tiroler Blasmusikverbandes) vorgenommen. Die Moderation des Bewerbes und der Preisverleihung oblag Dr. Herbert Ebenbichler (Landesverbandsobmann). In seiner bekannt bravourösen Art, die ihm aufgrund von Rückmeldungen teilnehmender Kapellen auch mehrfach bestätigt wurde, führte er durch das Programm. Als Jury fungierten je ein Vertreter des Österreichischen Blasmusikverbandes - Prof. Mag. Anton Othmar Sollfelner, des Tiroler Blasmusikverbandes - Siegfried Stigger (Landesstabführer-Stellvertreter), des Bezirksmusikverbandes Landeck - Rudolf Pascher (Bezirkskapellmeister), der Musikkapelle Pfunds - Stefan Köhle (Kapellmeister) und ein Laienbewerter - Walter Immler (Hauptschuldirektor). Die Bewertungskriterien waren nach Meinung der Jurymitglieder sehr gut ausgewählt. Nach ca. dreistündigem Showprogramm und einheitlicher Beurteilung der Jury wurde folgendes Ergebnis nach dem Leitspruch: "Die beste Idee - perfekt dargeboten - gewinnt!", bekannt gegeben:

1. Rang Musikkapelle Oberhofen, Tirol

2.Rang Musikkapelle Sipbachzell, Oberösterreich

3. Rang Trachtenmusikkapelle Thalgau, Salzburg

2005 - Murenkatastrophe

Nach heftigen Regenfällen in der Nacht auf den 23. August 2005 trat der Stubner Bach über die Ufer. Wie viele andere Gebäude im Ort blieb auch das Musikpavillon von Schäden nicht verschont. Um ca. 2:30 Uhr brach das Wasser durch das Fenster im Notenraum, durch eine undichte Wasserleitung im Instrumentenraum und im hinteren Bereich durch das Gemäuer ein.

Der Proberaum und alle Nebenzimmer waren überflutet und standen ca. 40 cm unter Wasser. Dank sofortiger Handlungen und Mithilfe von Vereinsmitgliedern und Freiwilligen konnte der Großteil der Einrichtung auf die Bühne gerettet werden. Teile der Möbeleinrichtung, Trachten, Instrumente, Notenständer und des Notenmaterials wurden jedoch beschädigt. Die Reparatur der Schäden am Gebäude konnte dank großartiger Unterstützung nach einem halben Jahr abgeschlossen werden. Während der Renovierung wurden die Proben in die Volksschule verlegt.

2013 - NEUES ERSCHEINUNGSBILD

2013 bekam die Musikkapelle Pfunds ein neues Erscheinungsbild. Es wurde eine neue Webseite online gestellt und gleichzeitig ein neues Logo entworfen. Präsentiert wurde das neue Corporate Design im Rahmen des Frühjahrskonzertes 2013 mit dem folgenden kurzen Imagefilm:

2013 - Musitiger & Youngstars

2013 wurden die Musitiger und Youngstars in Leben gerufen. Das Team rund um die Musitiger setzt sich zusammen aus Andrea Wachter, Viktoria File und Stefan File. Die Youngstars stehen unter der musikalischen Leitung von Julia Schmitzberger.

2014 - Um- und Neubau,
2015 - Eröffnung Proberäume und Pavillonplatz

Im September 2014 wurde in Pfunds mit dem Bau des neuen Probelokals, der Neugestaltung des Pavillonplatzes und dem Umbau des bestehenden Proberaums begonnen. 10 Monate später wurden die neuen Räumlichkeiten & der neue Pavillon-platz ihrer Bestimmung übergeben.

Und ständig schreibt die Musikkapelle Pfunds ihre Geschichte weiter.

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